Thüringens Wirtschaft

Das westlichste der ostdeutschen Bundesländer hat zwar Schulden, diese liegen aber mit knapp 7.000 Euro pro Kopf im Mittelfeld. Thüringen steht wirtschaftlich relativ gut da und konnte den Übergang von der Plan- zur sozialen Marktwirtschaft besser bewerkstelligen als andere Bundesländer.

Thüringen hat heute noch große Forstbetriebe, die über erhebliche Flächen verfügen und diese sehr effektiv bewirtschaften. Im Bereich der Fleischproduktion konnte man die LPGs in Unternehmen überführen, die sehr wirtschaftlich arbeiten. Aber auch im Bereich der Industrie stellt sich Thüringen als modernes Land dar. Herausragendes Beispiel sind die Zeisswerke in Jena, die seit Jahrzehnten hochqualitative Glasprodukte, vor allem Objektive und Linsen im Medizinbereich, herstellen. Auch die Jenoptik ist ein weltweit tätiges Unternehmen. Im industriellen Bereich sind über 170.000 Menschen tätig, die Löhne liegen aber immer noch unter Westniveau.

Weitere wirtschaftliche Standbeine sind Dienstleistungen, Handelsbetriebe und der Tourismus. Letzterer profitiert von geschichtsträchtigen Orten wie Weimar und beliebten Ausflugsgebieten wie dem Rennsteig und der Rhön. Geschichte ist hier überall erlebbar, mann kann auf den Spuren Goethes wandeln und erfahren, wie Luther auf der Wartburg gelebt hat. Im Bereich Landschaftstourismus ist man aber im Wettbewerb mit anderen mitteldeutschen Regionen.

Kleiner Beitrag zum BIP

Viele Handwerker aus Thüringen profitieren von der guten geografischen Lage und arbeiten in den umliegenden Bundesländern, vor allem in Hessen und Bayern. Sie können wegen der geringeren Löhne bessere Angebote abgeben.

Die Gesamtwirtschaftsleistung von Thüringen wird auf 61 Milliarden Euro geschätzt, was knapp unter zwei Prozent zum deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) beiträgt. Die eigentlich gute wirtschaftliche Entwicklung des kleinen Bundeslandes bringt ihm aber auch Nachteile: So gibt es weniger Fördermittel der Europäischen Union und mit dem Auslaufen des Solidarpakts weniger Zuschüsse vom Bund.

Schon vor der Corona-Krise gab es immer wieder Konjunkturprogramme, mit denen die Landesregierung der Wirtschaft unter die Arme greifen wollte. In der zweiten Auflage wurden zum Beispiel bis 2011 über 400 Millionen Euro bereitgestellt.